Traumabewusste, ganzheitliche Begleitung

Jeder Moment erhält seine Bedeutung durch die Haltung, mit der wir ihm begegen.
Und heilsame, neue Erfahrungen erleben wir im Hier&Jetzt,
im erwachsenen Bewusstsein und im Kontakt mit einem präsenten Gegenüber.


Traumta spiegeln sich vor allem in unserem gefühlten Selbstwert, in unserem Nervensystem und darin, wie wir uns in Beziehungen erleben.

Der Schwerpunkt meiner therapeutischen Begleitung ist die Zuwendung zu Bindungs- und Entwicklungstrauma und auch zu Schocktraumata. In unseren Sitzungen bin ich in erster Linie als offener, interessierter Mensch da. Ich arbeite prozessorientiert und unterstütze Dich, ungesunde Reaktions- und Handlungsweisen aufzuspüren, diese tiefer zu verstehen und schließlich gesündere und wahrhaftigere Reaktions- und Umgangsweisen zu entwickeln.

Durch diese gegenwärtige innere Zuwendung wächst Deine Selbstwirksamkeit & Resilienz.
Hinderliche Überzeugungen, Verhaltensweisen, die uns „falsch“ vorkommen und die wir dennoch immer wieder „tun“, oder Bilder von uns selbst, die wir nicht leiden können – all das darf sich mehr und mehr lockern. All das hat einmal Sinn gemacht und dies darf gewürdigt werden – ohne dass diese inneren Psychodynamiken Dein heutiges Leben weiterhin massgeblich prägen.

Je vertrauter es für Dich wird, mit Dir selbst offen und urteilsfrei im Kontakt zu sein, desto tiefer kann sich eine bewußte, lebendige Sicherheit in Dir etablieren und den Weg freimachen für eine wache, gegenwärtige Präsenz in Verbundenheit & Freiheit.

Meine therapeutische Arbeit orientiert sich vor allem an dem Neuro-Affektiven Beziehungsmodell (NARM®).
NARM bietet eine tiefenpsychologische, prozess- und körperorientierte Landkarte zur Integration von Entwicklungstrauma und zur Förderung persönlichen Wachstums, welches ganz auf das Erleben im Hier und Jetzt ausgerichtet ist.

Dein Anliegen für die Sitzung gibt uns die Orientierung, anhand der ich Dich begleite, Dich mit einem spürenden Gewahrsein auf das einzulassen, was sich jetzt gerade zeigt. Hier können sich Überlebensstrategien oder Glaubensmustern zeigen, die früh in der Kindheit entstanden sind und denen Du bis heute (unbewußt) gefolgt bist. Gleichzeitg können sich durch ein achtsames Wahrnehmen des Körpers im Hier und Jetzt chronische Muster von Schuld und Scham zu erkennen geben und schrittweise lösen. Diese achtsame Vergegenwärtigung ermöglicht eine organische, natürliche Entladung von traumatischer Energie, die in Deinem Nervensystem und Bindegewebe gespeichert war. Auf diese Weise wird u.a. Deine Fähigkeit zur Selbstregulation und Selbstwirksamkeit spürbar gefördert und gestärkt.

Das Wort „Trauma“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Wunde“.

In der Regel denken wir hier zunächst an ein Schocktrauma – also ein Ereignis, welches als zu plötzlich, zu heftig und/oder zu unberechenbar erfahren wird.
Hierzu zählt zum Beispiel ein Unfall, eine Gewalterfahrung oder eine Naturkatastrophe, aber auch eine bedrohliche Geburtserfahrung mit schlagartiger Notlage oder eine Nachricht, die abrupt das gesamte Leben gefühlt aus den Angeln hebt.
Dabei geht es nicht darum, wie diese Situation „objektiv“ eingeschätzt wird, sondern wie wir sie individuell erleben und ob und wie wir darauf reagieren konnten.

Unter einem psychischen Trauma verstehen wir eine seelische Verletzung oder eine starke psychische Erschütterung, die durch ein extrem belastendes Ereignis hervorgerufen wird.

Ein sogenanntes Komplexes Trauma entsteht, wenn Menschen über einen längeren Zeitraum physischer oder auch psychischer Gewalt ausgesetzt sind. Eine Unterform des komplexen Traumas ist das sog. Entwicklungs- oder Bindungstrauma.

Ein Entwicklungs- bzw. Bindungstrauma entsteht v.a. durch kritische, bedrohliche und/oder entbehrende Erlebnisse, die wir bereits als Kind in ganz frühen Jahren in unseren ersten Beziehungen erfahren haben. Vor allem wenn unsere grundlegendsten, natürlichen Bedürfnisse in für uns nicht ausreichender Art und Weise erfüllt wurden. An der Art, wie unsere Eltern oder andere Bezugspersonen mit uns umgingen, haben wir gelernt, wie Beziehung geht, wie sicher wir in der Welt sind und welchen Wert wir haben.

Ein Entwicklungs- oder Bindungstrauma entsteht bezeichnenderweise durch anhaltenden physischen und/oder psychischen Missbrauch oder Vernachlässigung in der Kindheit, häufig durch nahe Bezugspersonen.
Dabei muss es sich nicht immer um schwere körperliche Gewalt handeln. Ein Entwicklungs- oder Bindungstrauma kann sich auch entwickeln, wenn wichtige Kernbedürfnisse des Kindes, was wir waren, nicht ausreichend erfüllt wurden, wie zum Beispiel unser Bedürfnis nach echtem Kontakt & Bindung, nach Einstimmung, nach Vertrauen, nach Autonomie und nach Liebe & Sexualität. Das alles gehört zu Entwicklungstrauma.
Facetten dieser Art von Trauma tragen wir alle in unterschiedlicher Ausprägung in uns.

Das NARM-Modell bietet eine gute Orientierung der Traumafolgen, die ich hier in einigen Beispiele skizziere (Liste unvollständig):

  • Sich grundlegend oder sehr schnell wertlos oder infrage gestellt fühlen
  • Scham, überhaupt zu existieren, sich wie eine Last für andere vorkommen
  • das Gefühl, nirgends wirklich dazuzugehören
  • Stolz darauf, ein Einzelgänger zu sein und niemanden zu brauchen
  • Stolz darauf, nicht emotional zu sein
  • Sich zu schämen, bedürftig zu sein
  • Sich leer, unwürdig fühlen
  • Stolz darauf, für andere die starke Schulter zu sein, an der sie sich ausweinen können
  • stolz darauf, unentbehrlich zu sein und gebraucht zu werden
  • stolz darauf, keine Bedürfnisse zu haben
  • Sich zu schämen, sich klein und ohnmächtig zu fühlen
  • sich zu schämen, sich benutzt und verrraten zu fühlen
  • Stolz darauf, stark zu sein, das Sagen zu haben und überlebensgroß zu sein
  • sich zu schämen, wütend zu werden
  • eine grundlegende Abneigung und Auflehnung gegen Autorität
  • Freude daran, andere zu enttäuschen
  • Stolz darauf, nett und liebenswürdig zu sein
  • als Kind als artig, gehorsam, lieber Junge / liebes Mädchen gelobt worden zu sein
  • Angst davor, andere zu enttäuschen
  • sich zu schämen, verletzt zu werden oder sich verletzlich zu fühlen
  • Bemühung, Ablehnung zu vermeiden
  • sich für seinen Körper zu schämen
  • Stolz darauf, makellos zu sein und sich keine Fehler zu gestatten
  • Perfektionistisch zu sein

Weitere Anzeichen von Traumafolge-Belastungen:

  • Intensive emotionale (Über-)Reaktionen auf alltägliche Situationen
  • Chronische körperliche Beschwerden ohne klare Ursache
  • Schwierigkeiten in Beziehungen und sozialen Interaktionen, die in immer wiederkehrenden Mustern auftreten
  • Bemühung, Konflikte zu vermeiden oder im Gegenteil Konflikte zu suchen, um sich in Verbindung zu erleben
  • Übermäßige Hyperaktivität oder Hypervigilanz (erhöhte Wachheit)

In einer Sitzung mit dem Anliegen, ein Schocktrauma aufzulösen, wenden wir uns vor allem der körperlichen Reaktion auf ein traumatisches Ereignis zu. Hier spielt das Autonome Nervensystem (der Sympatikus, der Parasympatikus und der ihm zugeordnete Vagusnerv) eine wesentliche Rolle. Dieses ist nicht dem bewussten Willen unterworfen. Es kann nur eingeladen werden – durch wertfreie Aufmerksamkeit und achtsames Gewahrsein, sich Schritt für Schritt der Ladung anzunährern und voll und ganz im gegenwärtigen Moment zu erkunden, was sich JETZT gerade an Impulsen aus Deinem Körper herausbewegt.
Oft sind es minimale, feine Impulse, die überraschend, unerwartet und – in dem Moment, wo sie voll und ganz im Körper ankommen dürfen – sehr erleichternd erlebt werden.

Nach meinem Verständnis ist das Innere Kind weder eine kleine Person, die irgendwie in uns lebt noch etwas, was wir heilen, trösten, nach Hause holen oder sonstwie retten müssten. Ich sehe darin ehr eine (meist hohe) emotionale, energetische Ladung, die das Kind, was wir waren, erlebt hat und die wir bis heute verkörpern. Hierin sind auch Handlungs-Strategien und Wahrnehmungsmuster gespeichert, die damals für uns überlebenswichtig waren.

Wenn sich ein solches Wahrnehmungs- oder Verhaltensmuster heute in einer Sitzung zeigt, bleiben wir im erwachsenen, gegenwärtigen JETZT und ich unterstütze Dich darin, Deine Beziehung zu diesem damaligen Erleben zu erkunden, so wie Du es JETZT empfindest – Deine Empfindungen, Deine Gedanken dazu, Deine Selbstwahrnehmung in diesem Moment, in dem Du Dich zunächst erinnerst und Dir heute bewußt wirst, wie es sich damals angefühlt hat. Dies ermöglicht Dir, als heutige/r Erwachsene/r eine neue und gesunde Beziehung zu dem zu entwicklen, was sich früh an Spannung und Ladung in Deinem Nervensystem aufgebaut und gespeichert hat. In der achtsamen, gegenwärtigen erwachsenen Zuwendung kann diese Ladung nach und nach „schmelzen“ und auf diese Weise integriert werden.
An dieser Stelle bemerken wir oft, dass es relativ wenig nützt, bereits viel darüber zu „wissen“, was wir als Kind erlebt haben – bis wir uns von dem Kind, was wir waren, zutiefst berühren lassen und diese Berührt-Sein in uns HEUTE als Erwachsene/r zulassen.

An dieser Stelle können auch ungesunde Loyalitäten oder überfordernde, unstimmige Verantwortungsübernahmen im Familienfeld oder auch sogenannte „transgenerationale Traumta“ auftauchen; dysfunktionale Familiendynamiken, die schon vor Deiner Geburt im Familiensystem entstanden sind.
Auch hier können wir achtsam erkunden, in welcher Weise diese Muster in Dein Leben hineinwirken und wie du eine gegenwärtige, gesunde Beziehung in Dir dazu entfalten kannst – ohne von diesen Dynamiken weiterhin „gefangen“ zu sein.

Unsere Sitzungen sind jederzeit auch online möglich!
Ich begleite viele meiner Klienten online, da sie an unterschiedlichsten Orten leben und sich gerne für diese Art von Begleitung entscheiden.

Dabei empfehle ich ihnen, mindestens ein Tablet, PC oder Laptop zu nutzen, da das Bild am Smartphone zu klein ist, um eine ausreichend gute Gesprächssituation zu ermöglichen.
Sprich mich gerne an, wenn diese Art der Sitzung für Dich interessant ist!